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Vegan ernähren bei Allergien?

Geeignet für Patienten mit Heuschnupfen, Hausstauballergie, Weizenallergie, Milchallergie, Neurodermitis, Asthma, Lebensmittelallergie, Kontaktallergie, Latexallergie, Urtikaria und vielem mehr...

OMEGA 3 bei Allergien

Wie entsteht eine Allergie?

Die Aufgabe des Immunsystems ist es Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei einer Allergie richtet sich unsere körpereigene Abwehr jedoch gegen harmlose Stoffe wie Pflanzenpollen oder Nahrungsmittelbestandteile. Seit den 70er Jahren treten allergische Reaktionen immer häufiger auf. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts leiden mehr als 30 % der Erwachsenen im Verlauf ihres Lebens unter mindestens einer Allergie. Heuschnupfen gilt dabei als die häufigste Allergiebeschwerde.

 

Was kann man gegen eine Allergie tun?

Eine Allergie begleitet einen meist ein Leben lang. Oft sind Medikamente der einzige Ausweg. Doch es gibt auch Alternativen! Wir zeigen dir, was bei einer Allergie helfen kann.

 

Medikamentöse Therapie

Viele Betroffene greifen bei Allergien auf Medikamente zurück. Antiallergika wie Antihistaminika mindern die Symptome, indem sie die Rezeptoren für den Botenstoff Histamin blockieren. Histamin ruft die allergie-typischen Beschwerden wie Schnupfen oder Hautrötungen hervor.

Doch Histamin ist auch ein wichtiger Botenstoff im zentralen Nervensystem und u. a. die Regulation des Appetits und Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig. Daher machen einige Antihistaminika müde und werden teilweise auch in Schlafmitteln eingesetzt. Weitere typische Begleiterscheinungen sind Schwindel und Kopfschmerzen. Wer unter Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen leidet, schwanger ist oder stillt, sollte Antihistaminika zudem nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Insbesondere die Omega-3-Fettsäuren können eine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung entfalten. Im Zusammenhang mit Allergien, die ja mit Entzündungen einhergehen können, ist dies ein sehr positiver Faktor. Omega-3-Fettsäuren finden sich in hohen Konzentrationen in fetten Seefischen, wie Hering, Makrele und Lachs.

 

Quelle: https://www.nutri-plus.de/blog/ernaehrung-bei-allergie-das-hilft-gegen-heuschnupfen-co

Omega-3-Fettsäuren supplementieren

Omega-3-Fettsäuren sind vor allem aufgrund ihrer positiven Wirkung auf unsere Gefäße und Herzgesundheit bekannt. Doch sie können auch bei Allergien helfen und die Beschwerden lindern. Verantwortlich hierfür sind ihre antientzündlichen Eigenschaften. Omega-3-Fettsäuren konkurrieren mit der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure um die Enzyme Cyclooxygenase und Lipoxygenase. Die Arachidonsäure wird durch diese beiden Enzyme zu Botenstoffen (Prostaglandinen und Leukotrienen) umgewandelt, die bei der Entstehung von Entzündungen und Allergien eine Rolle spielen. Je weniger Omega-3-Fettsäuren vorhanden sind, desto mehr Omega-6-Fettsäuren können zu entzündungsfördernden Botenstoffen umgewandelt werden. Auch aus Omega-3-Fettsäuren werden Botenstoffe gebildet. Diese wirken jedoch entzündungshemmend und sich daher positiv auf allergische Erkrankungen aus.

 

Quelle: https://www.apo-vital.at/omega-3-bei-allergien/

Die Ernährung der werdenden Mutter während der Schwangerschaft kann laut einer aktuellen Studie das Allergie-Risiko für das Kind beeinflussen. Auch hier sind es die Omega-3-Fettsäuren, die das Risiko offensichtlich mindern. Sie verbessern laut dieser Studie die Durchlässigkeit des Darms und damit die Entwicklung des Immunsystems. (Anmerkung: Ein Mangel an  OMEGA-3 Fettsäuren in der Schwangerschaft erhöht das Risiko des Kindes auf Anfälligkeit an Allergien).  

                                                                                                                                         

Omega-3 zur Linderung bei allergischen Beschwerden.

Aktuelle Forschungen beschäftigen sich mit dem Zusammenhang von Fleischkonsum und allergischen Reaktionen. Besonders in den Fokus der Betrachtungen rücken dabei die Arachidonsäure und Omega-3-Fettsäuren. Arachidonsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die im Wesentlichen über Fleisch und Eier aufgenommen wird. Sie ist gewissermaßen ein Rohstoff für Entzündungsvorgänge. Vereinfacht gesagt, begünstigt sie allergische Beschwerden. Omega-3-
Fettsäuren hingegen können diese Entzündungsvorgänge hemmen und die Symptome abschwächen. Daher wird aus ernährungswissenschaftlicher Sicht Allergikerinnen und Allergikern empfohlen, vermehrt Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen, etwa durch den Verzehr von fetten Kaltwasser-Meeresfischen wie Hering, Lachs, Makrele und Sardine. Eine ausreichende und erstrebenswerte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren ist allerdings einfacher gesagt als getan. Um die empfohlene Dosierung von bis zu 2000 mg Omega-3 am Tag zu erreichen (die jeweils notwendige Menge ist von Faktoren wie Alter und Lebensstil abhängig), müsste man täglich je nach Fischart bis zu 250 g fettreichen Fisch verzehren. Da dies nur den wenigsten gelingt, helfen natürliche Nahrungsergänzungsmittel, diesen Bedarf abzudecken. Qualitativ hochwertige Anbieter setzen dabei auf eine Auswahl von Omega-3-Aufnahmemöglichkeiten (Öle, Tabletten) und überzeugen durch einen angenehmen Geschmack. Für Veganer/innen sind ebenso Omega-3-Fettsäuren, basierend auf veganem Algenöl, erhältlich

 

Allergien und Omega-3

Dr. med. Volker Schmiedel

Quelle: https://www.dr-schmiedel.de/allergien-omega-3/

 

Allergische Reaktionen

Es ist Frühling – zumindest kalendarisch, es schneit gerade, als ich diese Zeilen schreibe. Mit dem Frühling naht aber wieder die Heuschnupfenzeit, wenn sie für den einen oder anderen nicht schon da ist. Heuschnupfen, aber auch andere Allergien, z.B. auf Lebensmittel, nehmen immer mehr zu. Kinder leiden immer häufiger unter den so genannten atopischen Erkrankungen Neurodermitis, Heuschnupfen/Lebensmittelallergien und Asthma, die alle auf allergische Überempfindlichkeitsreaktionen auf ansonsten harmlose Substanzen aus der Umwelt oder in der Nahrung zurückzuführen sind. Eine weltweite Studie an einer Million (!) Kinder aus 99 Ländern fand einen klaren statistischen Zusammenhang zur Ernährung: Je mehr Fastfood gegessen wurde, umso höher war das Risiko für atopische Erkrankungen

Einer der Bestandteile der Nahrung, die vor Allergien zu schützen vermögen, sind die Omega-3-Fettsäuren aus maritimen Quellen. Die beste Datenlage gibt es hier zur Versorgung in der Schwangerschaft und dem Auftreten oder Nicht-Auftreten atopischer Krankheiten in der Kindheit.

 

Omega-3 aus dem Meer in der Schwangerschaft schützt das Kind vor Allergien

Wenn die Mutter in der Schwangerschaft einen höheren Omega-6/3-Quotienten in der Nahrung aufweist, also relativ viel Omega-6-Fettsäuren aus tierischen Produkten oder linolsäurereichen Pflanzenölen im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren aus Fischen, Algen oder Leinöl aufweist, ist das Risiko für einen allergischen Schnupfen im Alter von 5 Jahren um 37 %, also mehr als ein Drittel erhöht.

Eine solche epidemiologische Studie (statistischer Vergleich zwischen Risiko- bzw. Schutzfaktoren und dem Auftreten von Krankheiten) ist ein Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang. Bewiesen werden kann dieser aber nur durch eine Interventionsstudie. Ändert man einen Faktor, ändert sich dann auch die Krankheitshäufigkeit? 736 Schwangere erhielten deswegen ab der 24. Schwangerschaftswoche 2,4 g Omega-3 (etwas mehr als ein EL Fischöl) oder Olivenöl. Das Risiko lag bei 23,7 % in der Olivenölgruppe, im Alter von 3 Jahren unter Asthma zu leiden, das war immerhin jedes 4. Kind. In der Fischölgruppe litten hingegen nur 16,9 % an Asthma, also nur etwa jedes 6. Kind. Das entspricht einer relativen Minderung von Asthma um immerhin 30 %. Lagen die Blutspiegel für Omega-3 bei der Mutter sehr niedrig, waren die Unterschiede noch deutlicher: 34,1 % gegen 17,5 %. Bei schlecht mit Omega-3 versorgten Müttern, die Omega-3 in der Schwangerschaft erhalten, kann das Risiko also sogar halbiert werden. Man kann daraus folgern, dass jede werdende Mutter in der Schwangerschaft Omega-3 nehmen sollte, um das Risiko für Asthma beim Kind zu minimieren. Ist die Mutter jedoch durch ihre eigene Ernährung schlecht mit Omega-3 versorgt, dann muss sie es nehmen.

Noch beweiskräftiger als eine Studie ist heute eine Meta-Analyse, also eine Zusammenfassung mehrerer gleichartiger Studien zu einer bestimmten Fragestellung. In einer solchen Meta-Analyse fand sich das Risiko im ersten Lebensjahr für ein Ekzem und fast 40 % und für einen allergischen Schnupfen um fast 50 % reduziert, wenn viel Fisch in der Schwangerschaft verzehrt wurde (4).

Viel Fisch bringt allerdings auch Schwermetallbelastungen (z.B. Quecksilber) und fettlösliche Toxine (z.B. PCB, DDT, Dioxine, Furane), was wir dem Ungeborenen dann doch nicht in größeren Mengen anbieten möchten. Qualitativ hochwertige Fisch- oder Algenöle sind hier unbelastet und können unbedenklich von der Schwangeren genommen werden. Auch hier gibt es mittlerweile sogar eine Meta-Analyse über den Nutzen einer solchen Prävention mit Omega-3. In einer solchen Meta-Analyse mit 10 prospektiven Kohortenstudien und 5 randomisierten klinischen Studien fanden die Forscher insgesamt deutlich weniger atopische Erscheinungen innerhalb des ersten Lebensjahres, wenn in der Schwangerschaft Omega-3 genommen wurde.

Zum Schluss dieses Abschnitts über Omega-3 in der Schwangerschaft und Atopie noch drei interessante Einzelstudien – eine „halb negative“ Studie und zwei Studien bei besonderen Risikogruppen.

Die Mütter von 706 Kindern erhielten ab der 21. Schwangerschaftswoche entweder Fischöl oder ein Placebo. Es wurde das Auftreten allergischer Reaktionen innerhalb des ersten Lebensjahres gemessen. Bei IgE-vermittelten Allergien fanden die Forscher keinen statistisch signifikanten Unterschied. Hierzu ist allerdings anzumerken, dass die Rate in der Omega-Gruppe 9 %, in der Placebogruppe jedoch 13 % betrug. Das Risiko war also immerhin etwa um ein Drittel reduziert, der Unterschied erreichte aber nicht ganz das Signifikanzniveau. Beim atopischen Ekzem waren die Risiken 7 % bzw. 12 %, wobei auch hier das Signifikanzniveau knapp verfehlt wurde. Immerhin bei Sensibilisierungen gegen Ei gab es mit 9 % zu 15 % ein statistisch signfikantes Ergebnis (6). Wie sind diese doch vorhandenen, aber im Verhältnis zu anderen Studien nicht so deutlichen Ergebnisse zu erklären? In dieser Studie wurden nur 900 mg Omega-3-Fettsäuren täglich eingesetzt, in den anderen Studien aber meist 2-3 g. Es ist natürlich etwas spekulativ, aber ich wage zu behaupten, dass mit einer höheren Dosis klarere Ergebnisse herausgekommen wären. In der Omega-3-Therapie darf man nicht kleckern, sondern muss man klotzen. Eine Dosis von 2 g entspricht 15 konventionellen Fischölkapseln mit 500 mg oder einem EL OMEGA-3 Fischöl

oder einem TL Veganes OMEGA-3 Algenöl.

 

In der nächsten Studie erhielten 657 Frühchen (Schwangerschaftsdauer < 33 Wochen) eine omega-3-Diät (Stillen mit Muttermilch, die Mutter sollte dabei selbst entweder Fischöl oder Sojaöl nehmen). Frühchen sind besonders schlecht mit Omega-3 versorgt, da die absolut größte Menge an Omega-3 im letzten Trimenon von der Mutter auf das Kind übertragen wird. Im Alter von 18 Monaten wiesen alle Kinder in der Omega-3-Gruppe 59 % weniger Heuschnupfen auf. Bei Jungen war der Effekt mit 85 % weniger sogar noch deutlicher.

145 Schwangere mit einem erhöhten Risiko für ein allergisches Kind erhielten ab der 25. Schwangerschaftswoche sowie 3,5 Monate nach der Geburt 2,7 g Omega-3-Fettsäuren oder Placebo. Während es in der Placebo-Gruppe nach 2 Jahren 30 % IgE-vermittelte Krankheiten gab, waren dies in der Omega-Gruppe nur 13 %. Innerhalb der Omega-3-Gurppe ließ sich darüber hinaus noch nachweisen, dass je höher die Omega-3-Spiegel bei Mutter und Kind lagen, umso geringer das Risiko für eine allergische Reaktion war (8). Wir sehen auch hier wieder: Je höher das Risiko desto höher der Nutzen von Omega-3 und je besser die Versorgung mit Omega-3 desto höher der Nutzen.

 

Bei Kindern ist die Sache in der Prävention also klar und eindeutig, was den Schutzeffekt von Omega-3-Fettsäuren bei allergischen Erkrankungen angeht. Doch was ist mit Erwachsenen? 388 erwachsene Deutsche mussten einen ausführlichen Ernährungsfragebogen ausfüllen. Dabei fand sich, dass die Wahrscheinlichkeit für einen positiven RAST-Test > oder = 2 umso geringer war, je höher der Fischkonsum lag. Das Risiko bei einem hohen Fischkonsum für eine solche Allergiereaktion lag bei nur 20 %. Berechnete man die DHA-Zufuhr, so war das Risiko für eine allergische Reaktion um etwa ¾ geringer – dies allerdings merkwürdigerweise nur bei Frauen, nicht bei Männern.

 

Macht vegan krank?

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Veganismus.“
Frei nach Karl Marx (Das Kommunistische Manifest)

Vegan ernähren

Oh je, spinnt der Autor jetzt komplett? Vegane Ernährung soll doch die gesündeste der Welt sein. Behaupten zumindest die Veganer. Und auch die Nicht-Veganer, die veganer Ernährung wegen ihrer fleischlichen Vorlieben kritisch gegenüber stehen, haben nicht selten ein schlechtes Gewissen bei der Befriedigung ihrer oralen Fleischeslust, weil sie insgeheim Veganer auch für die Gesünderen halten. Es tut mir furchtbar leid, aber diesen Zahn muss ich den Veganern ziehen.

 

Vegan ist doch gesund?

Zunächst einmal die guten Nachrichten (für den Veganer):

  • Vegetarier haben signifikant niedrigere Cholesterinspiegel. In einer Studie wiesen sie nur einen Spiegel von 172 mg/dl auf gegenüber Herzinfarkt induzierenden 206 mg/dl bei Fleischanhängern und immerhin noch grenzwertigen 190 mg/dl bei Vegetariern. Kardiologen halten einen Grenzwert von 200 mg bereits für lebensgefährlich und zücken schon mal den Rezeptblock, um uns mit cholesterinsenkenden Statinen zu beglücken.

  • Veganer sind schlanker. Laut einer britischen Studie an fast 40.000 Veganern, Carnivoren (die Fachbezeichnung für „Fleischfresser“), Fischessern und Vegetariern haben Veganer einen BMI von

  • 22,0 (Frauen) bzw. 22,5 (Männer), während die Fleischliebhaber schon fast übergewichtige 23,5 (Frauen) bzw. 24,4 (Männer) Werte aufweisen. Vegetarier und Fischesser liegen irgendwo dazwischen. Beim BMI (Body Mass Index) beginnt das Übergewicht bereits bei 25. Werte zwischen 22 und 23 sind geradezu ideal. Wenn das nichts ist: Veganer haben öfter Idealgewicht und kaum Übergewicht!

  • Vegane Ernährung hilft den Blutdruck zu normalisieren. In einer wiederum britischen Studie (die sind uns bezüglich Veganismus schon ein paar Schritte voraus, „Die spinnen, die Briten.“ meinte ja bekanntlich schon der bekannte Gallier Obelix) an 11.000 Versuchspersonen wiesen 12,1 % (Frauen) bzw. 15,0 % (Männer) der Fleischesser einen Herzinfarkt und vor allem Schlaganfall begünstigenden Bluthochdruck auf, während dies bei Veganern nur in beneidenswerten 5,8 % bzw. 7,7 % der Fall war. Vegetarier und Fischesser drückten sich wieder irgendwo dazwischen herum.

  • Vegane Ernährung verbessert die Blutzuckereinstellung. In einer amerikanischen Studie hat man Diabetiker nach den Ernährungsrichtlinien der Amerikanischen Diabetesgesellschaft eingestellt oder hat ihnen zu einer veganen Kost geraten. Nebenbei: Wir fürchten uns vor Schweinegrippe, AIDS und EHEC. Das sind alles keine schönen Krankheiten, aber die Spätkomplikationen der Volksseuche Diabetes werden mehr Menschen dahinraffen als die genannten Plagen zusammen. Die nach den herkömmlichen Richtlinien ernährten Diabetiker erzielten immerhin eine Senkung des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c von 0,54 % (unter 6 % ist gut, über 7,5 % ist schlecht, eine Differenz von einem halben Prozent ist da wirklich nicht zu verachten). Die veganen Diabetiker lagen mit minus 0,96 % aber fast doppelt so gut. Das ist doch richtig süß – um im Genre Diabetes zu bleiben.

 

Das eigentliche Problem

Soweit zu den guten Nachrichten. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass es sich dabei stets um so genannte Surrogatparameter handelt. Beispiel: Wenn ich mit einer Intervention (z.B. der Gabe eines rhythmusstabilisierenden Medikamentes die Häufigkeit von Rhythmusstörungen günstig beeinflusse, die Sterblichkeit an tödlichen Herzrhythmusstörungen aber nicht verändere oder sogar verschlechtere, wie dies in der Vergangenheit für Antiarrhythmika tatsächlich nachgewiesen wurde, dann habe ich zwar den Surrogatparameter Herzyrhythmusstörungen verbessert, aber nicht den eigentlich entscheidenden „harten Endpunkt“ Tod durch Herzrhythmusstörungen). Die Beeinflussung von Parametern wie Gewicht, Cholesterin, Blutzucker oder Bluthochdruck ist zwar interessant, aber nicht entscheidend. Wie sagte schon unser Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl so treffend: “Entscheidend ist, was hinten rauskommt. “ Harte Endpunkte wie Herzinfarkte oder Gesamtsterblichkeit sind also viel wichtiger als bloße Laborwerte. Wir wollen ja Krankheiten beeinflussen und keine Laborkosmetik betreiben.

 

Knochen

Wie schaut es also mit Krankheiten bei Veganern aus? Fangen wir mit den Knochen an. Bis auf genau diese blamieren sich all diejenigen, die veganer Ernährung immer noch einen Schutz vor Krankheiten bescheinigen. Wahr ist vielmehr: Die Fassade (sprich: Gewicht, Cholesterin, Blutdruck, Zucker) wird zwar schön übertüncht. Die wichtigen Krankheiten wie Tod durch Herzinfarkt werden aber vermehrt. Na, danke schön! War es das, was der gutgläubige Veganer sich erwartet hatte?

 

Osteoporose: Vegane Ernährung ist ein klarer Risikofaktor dafür

Link zu Osteoporose

Zurück zu den harten Tatsachen. Und da wären wir wieder beim Knochen, der ja hart und stabil sein soll. Ist er bei veganer Ernährung aber nicht. Diese macht nämlich nicht nur die Birne weich (dazu kommen wir später), sondern auch den Knochen. Eine britische Studie an fast 35.000 Briten fand eine 30 %ige Erhöhung des Risikos für Knochenbrüche im Vergleich zu Carnivoren, Pescivoren (Fischesser) und Vegetariern, die sich alle ziemlich gleich selten die Haxen brachen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs

Link zu Herz Kreislauf        Link zu Krebs

Kommen wir nun zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, die beiden großen Killer in Mitteleuropa. Aufgrund der deutlich besseren Werte bei den Risikofaktoren und der höheren Zufuhr an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen (Krebsschutz) würden wir bei den Veganern hier doch eine deutlich geringere Sterblichkeit erwarten. Eine der größten Untersuchungen hierzu ist die so genannte Sieben-Tage-Adventisten-Studie 2. Dabei wurden 73.308 Teilnehmer in die fünf Gruppen Fleischesser, Flexitarier, Ovo-lakto-Vegetarier, Pesco-Vegetarier und Veganer eingeteilt. Das Sterberisiko bei einer bestimmten Krankheit wurde bei den Fleischessern mit dem Wert 1 festgelegt und die Risiken der anderen Gruppen wurden damit verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Veganer beim Herztod nicht besser als die Fleischesser lagen, sondern mit 1,39 deutlich schlechter. Veganer starben also fast 40 % mehr am Herzinfarkt! Fairerweise muss man sagen, dass dies nur für die Veganerinnen, nicht aber für die männlichen Veganer galt. Dies könnte daran liegen, dass die Fallzahlen bei den männlichen Veganern einfach zu klein waren. Es gibt keine genauen Untersuchungen, aber es gibt wohl zwei- bis viermal so viele weibliche wie männliche Veganer. Innerhalb von 5 Jahren Untersuchungszeitraum sind es eben absolut so wenige Herztodesfälle bei den Männern, dass Unterschiede dann leicht dem Zufall geschuldet sein können. Interessanterweise lagen hier die Fischesserinnen mit 0,51 beim Herztod am günstigsten. Das Risiko war bei ihnen also nahezu halbiert. Das Risiko war für die Veganerinnen sogar 2,7mal so hoch wie den Fischesserinnen. Auch beim Todesrisiko durch andere Herzkreislauferkrankungen (z.B. Herzschwäche, Schlaganfall) lagen die Veganerinnen mit 1,18 fast 20 % schlechter als die Fleischesserinnen, wobei auch hier die Fischesserinnen mit 0,9 am günstigsten lagen.

 

Krebs

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Schützt vegan wenigstens vor Krebs? Mit einem Risiko von 0,99 lagen die Veganerinnen hier praktisch auf dem Niveau der Fleischesserinnen. Die anderen Vegetariergruppen lagen dabei mit ca. 0,85 alle gleich gut und viel günstiger als die Fleischesserinnen oder die Veganerinnen. Wenn Frau sich also mit Ernährung vor Krebs schützen möchte, dann ist eine vegetarische Ernährung nach diesen Daten durchaus hilfreich – nicht aber die vegane Kost!

 

Vegane Ernährung enthält viele gesunde Stoffe –
schützt aber nicht vor Krebs und erhöht das Herzinfarktrisiko

Link zu Vegane Ernährung

Woran liegt das? Veganer haben doch weniger Cholesterin, dafür aber mehr Ballaststoffe, mehr anti-oxidative Vitamine und mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe im Essen. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sind beispielsweise das Lycopin aus der Tomate, die Anthocyane aus den roten Weintrauben oder Flavonoide aus dem Kakao. Sie schützen die Gefäße und vor Krebs. Veganer liegen hier viel besser als die Carnivoren, vermutlich auch besser als andere Vegetarier. Also müssen es andere Faktoren sein, die im veganen Essen vorhanden sind oder eben auch fehlen und die die anderen Vorteile veganer Nahrung nicht nur aufheben, sondern sogar ins Gegenteil verkehren.

 

Homocystein

Einer dieser Faktoren, bei denen Veganer deutlich schlechter dastehen, ist das Homocystein. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, aus denen wir aber kein Eiweiß bauen können, sondern welches ständig im Stoffwechsel entsteht. Es muss sofort wieder abgebaut werden, da es toxisch auf die Gefäße wirkt. Auch Demenz geht mit erhöhten Homocysteinspiegeln einher. In einer Studie hatten Fleischesser ein Homocystein von 8,8, Ovo-lacto-Vegetarier hatten 10,6 und Veganer sogar im Durchschnitt 12,8 µmol/l. Als optimal wird ein Wert unter 10 angesehen. Werte über 12 µmol/l werden als ungünstig angesehen. Während nur 16 % der Carnivoren diesen Grenzwert überschritten, waren dies bei den Vegetariern schon 38 % und bei den Veganern sogar 67 %. Erhöhtes Homocystein ist also bei Veganern eher die Regel als die Ausnahme. Wie kommt es dazu?

Homocystein wird mit Hilfe der Vitamine Folsäure, B6 und B12 abgebaut. Bei Folsäure und bei B6 besteht bei den Veganern überhaupt kein Problem. Eine Kette ist aber nur so stabil wie ihr schwächstes Glied. Und das ist bei den Veganern und beim Homocystein nun einmal das Vitamin B12.

 

Omega-3

Der andere wichtige Faktor für das Herz sind die Omega-3-Fettsäuren, speziell die maritimen Omega-3-Fettsäuren. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Leinsamen, Raps, Hanf oder Chia) sind zwar besser als Omega-6-Fettsäuren, aber sie haben nicht die anti-entzündlichen Wirkungen, die das Herz schützen und Krebs vermeiden helfen. Verglichen mit denen, die einmal in der Woche Fisch essen, haben Menschen, die täglich Fische essen (oder entsprechende Mengen Omega-3-Fettsäuren zuführen) ein Herzinfarktrisiko, welches nur halb so hoch ist. Eine gute Versorgung mit Omega-3 bedeutet außerdem eine Verminderung des Risikos von tödlichen Herzrhythmusstörungen um ganze 90 %. In einer aktuellen Übersichtsarbeit  wird klar herausgestellt, dass Omega-3-Fettsäuren einen Krebsschutz darstellen. Zahlreiche Studien ergaben für verschiedene Krebsarten bei gutem Verzehr von Fischen ein um ¼ bis ¾ vermindertes Risiko. Eine der größten Studien ist die EURAMIC-Studie in fünf europäischen Ländern, bei der die Forscher im Drittel mit dem höchsten Konsum an Omega-3-Fettsäuren ein um 2/3 (!) vermindertes Risiko für Brustkrebs fanden.

Diese Schutzwirkungen fehlen den Veganern, die sich dadurch einem hohen Risiko für schwere Krankheiten aussetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Risiken durch die Mangelzustände oft erst nach vielen Jahren bemerkbar machen. Es gibt aber bisher nur sehr wenige Veganer, die ihre gesundheitsschädigende Lebensweise seit mehr als fünf oder gar zehn Jahren praktizieren. Bei den rapiden Zuwachszahlen von Veganern ist davon auszugehen, dass die meisten erst seit ein bis drei Jahren vegan leben. In dieser Zeit verspüren Sie zwar die Vorteile durch Gewichtsabnahme, Blutdrucksenkung etc., die Nachteile durch die Nährstoffmangelzustände machen sich aber noch nicht bemerkbar. So ist damit zu rechnen, dass viele Krankheiten und Komplikationen erst nach zehn oder mehr Jahren eintreten werden.

Demenz

Link zu Demenz

Beispiel Demenz: Es gibt sehr klare Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Homocysteinspiegeln sowie einer guten Omega-3-Versorgung und dem Auftreten bzw. Fortschreiten von Demenz. Veganer sind also denkbar schlecht aufgestellt, was den Schutz ihrer geistigen Kapazität im Alter angeht! Warum macht sich das jetzt noch nicht bemerkbar? Nun ja, kennen Sie 80jährige Veganer? Der Durchschnittsveganer ist die junge Frau, die erst seit wenigen Jahren diesen selbstschädigenden Raubbau an ihrer Gesundheit und ihrem Verstand betreibt. Bis die Probleme offenbar werden, dauert es noch Jahre, vielleicht Jahrzehnte. Wenn die Wissenschaftler die klinischen Zusammenhänge zwischen vegan ausgelösten Nährstoffmängeln und geistigem Abbau zweifelsfrei bewiesen haben, wird es für hunderttausende heute bestenfalls naive, dann aber demente Menschen zu spät sein.

Nicht gesichert

Ok, meine Überlegungen sind spekulativ, aber sehr plausibel. Alle heutigen Veganer nehmen an einem gigantischen Langzeitexperiment als freiwillige Versuchskaninchen teil. Kaninchen trifft es in diesem Fall wirklich gut, da diese sympathischen Kleinsäugetiere ja auch Veganer sind. Die Kaninchen sind allerdings schlauer als ihre menschlichen Nachahmer: Sie wissen wenigstens, wie sie einen Vitamin B12-Mangel vermeiden. Das mögen die Veganer jetzt nicht so gerne hören, aber eine koprophage Ernährung schützt vor Vitamin B12-Mangel. Kaninchen und Menschen bilden im Dickdarm zwar tatsächlich mit Hilfe von Darmbakterien Vitamin B12. Das Blöde ist, dass B12 nur im Dünndarm resorbiert wird – und der Dickdarm liegt nun mal hinter dem Dünndarm, so dass das schöne, von unseren kleinen Helfern im gebildete Vitamin B12 leider ungenutzt in der Toilettenschüsseln landet. Die Kaninchen fressen einfach (pardon!) ihre eigene Scheiße, um dem Vitamin B12-Mangel zu entgehen. Wohl bekomm´s. Außerdem fressen sie in freier Wildbahn viele Omega-3-reiche Gräser und Kräuter. Ich kann meine Behauptungen zur Entstehung und Förderungen von Krankheiten durch vegane Ernährung (noch) nicht beweisen – es gibt bisher „nur“ Hinweise aus Studien, physiologische Überlegungen und meine eigene klinische Erfahrungen.

Hier die Liste von Krankheiten, die langfristig durch vegane Ernährung wahrscheinlicher auftreten könnten:

  • Krebs

  • Arteriosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall)

  • Demenz (durch Gefäßkrankheiten oder Alzheimer)

  • Autoimmunkrankheiten (z.B. Asthma, Neurodermitis, Rheuma)

  • Neurologische/psychische Krankheiten (z.B. MS, ADS/ADHS, Depression)

  • Osteoporose mit der Gefahr von Knochenbrüchen

Dies bedeutet, dass praktisch alle unser Gesundheitssystem im Allgemeinen und die individuelle Gesundheit im Einzelnen bedrohenden Krankheiten durch vegane Ernährung gefördert werden. Vegane Ernährung stellt einen Risikofaktor für unsere Gesundheit dar, der dem Zigarettenrauchen vermutlich in nichts nachsteht!

Neben Vitamin B12 und Omega-Fettsäuren haben Veganer eine noch schlechtere Vitamin D-Versorgung als die auch nicht gerade mit Vitamin D gesegneten Omnivoren. Mit Zink sieht es ebenfalls schlechter als, aber die durchschnittlichen Werte befinden sich noch im Bereich der Zufuhrempfehlung. Das heißt aber, dass es trotzdem mehr Veganer im Zinkmangel gibt als bei den „Allesfressern“. Mit dem Selen schaut es wieder bei beiden Gruppen gruselig aus, aber die Veganer sind geradezu unterirdisch mit Selen versorgt, welches für das Immunsystem bei Autoimmunkrankheiten aber auch bei Krebs ganz entscheidend ist:

 

Die Hälfte meiner veganen Patienten mit Omega-3-abhängingen Krankheiten konnte ich immerhin zur Einnahme von Fischöl überreden, die anderen waren diesbezüglich beratungsresistent und wollten lieber weiter krank bleiben als von ihren ehernen Ernährungsgrundsätzen auch nur ein Jota abzuweichen. Für diese gibt es jetzt aber eine gute Nachricht: Seit kurzem gibt es ein qualitativ hochwertiges und wohlschmeckendes Algenölpräparat, so dass Veganer jetzt bequem ihre EPA/DHA-Versorgung auch vegan sichern können.

 

 

ÜBER DEN AUTOR Dr. Schmiedel

Von 1996–2015 war ich Chefarzt der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik (Kassel). Seit Oktober 2015 bin ich als Arzt im ganzheitlichen Ambulatorium Paramed in Baar (Schweiz) tätig. Zudem bin ich Fortbildungsleiter für „Naturheilverfahren“ der Medizinischen Woche, Mitherausgeber der Zeitschrift „Erfahrungsheilkunde“ und des „Leitfaden Naturheilkunde“ sowie Autor zahlreicher weiterer naturheilkundlicher Bücher für Therapeuten und Laien.

Quelle: https://www.dr-schmiedel.de/allergien-omega-3/

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